Escape from ...

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Mi, 3.7.2015

5 Tage mit Temperaturen über 30 Grad sind angesagt, da ist es in der kühlen Wohnung am schönsten. Kaum bin ich zu Hause, nervt mich Julia. Sie flüchtet in ihr Zimmer, ich ins WoMo.

Beckenried am Vierwaldstättersee.Eigentlich will ich nach Andermatt flüchten, in der Höhe ist es kühler. Vor Luzern gibt es einen Stau wegen Unfall, aber auf den Kantonsstrasse ist es auch nicht besser. In Beckenried fahre ich runter zum See, parke bein einer Seilbahn und hole erstmals Geld im Dorf.

Beckenried am Vierwaldstättersee.Das Essen im Nidwaldnerhof ist fein und der lokale Müller-Thurgau ist ausgezeichnet. Pijama habe ich nicht eingepackt und das Necessaire habe ich auf meiner Flucht im Auto liegen gelassen. Ich schlafe trotzdem gut.

Do, 4.7.2015

Um 6 Uhr bin ich beim Bäcker, zwei Croissant zum Frühstück und ein Paillasse für später. In Andermatt kaufe ich Zahnpasta und was ich sonst noch brauche.

Auf dem Oberalppass gibt es Stellplätze, ich stell mich hin, dusche, lese, geniesse die Aussicht, bevor es nach Disentis geht. Ich kaufe Bündner Bergkäse, Handtücher... und esse Capuns im Hotel Alp Su, lecker.

Lago di Luzzone im Blenio TalAuf dem Lukmanierpass parke ich auf der Tessinerseit, spaziere in Badehosen runter zum Fluss und suche einen schattigen Einstieg. Schatten gibt es keinen, aber einen Einstieg. Mehr als die Schenkel tauche ich nicht rein, höchstens 10 Grad!!!

Lago di Luzzone im Blenio TalIrgend wo zeigt ein Wegweiser nach Campo Blenio, ich verlasse die Haupstrasse und fahre in die Höhe, zum Stausee. Ich stelle mich an den See auf, lese unter einem Baum, Brot mit Tessinerplatte und dem fantastischen Käse zum Nachtessen und übernachte in der Kühle auf 1500 Meter.

Fr, 5.7.2015

Nach dem Frühstüch geht es wieder runter in die Hitze. Bellinzona und nach San Antonino, zum Einkaufen. Weiter nach Locarno, Cannobio nach Oggebio auf einen uns empfohlenen Stellplatz. Die Anfahrt ist eng, der Stellplatz schön, aber bei 32 Grad bleibe ich nicht, vielleicht im Herbst mal.

SonognoZurück in die Schweiz, ins Verzascia Tal, der Fluss lädt zum Abkühlen ein, doch die Parkplätze sind voll. In Sonogno gibts einen Stellplatz zu 20 SFR, gleich neben der Tourist Information. Ich mache mir einen Salat mit vielen Zwiebeln, dazu ein Glas Grauburgunder aus dem Kaiserstuhl und esse im Schatten unter einem Baum

Wasserfall bei SonognoDer Spaziergang dem Fluss entlang führt mich an einem Grotto vorbei. Bevor uich was bestelle, frage ich nach der Toilette, die Zwiebeln wirken... das lokale Bier ist gut aber überteuert.

Verzasca TalRauf zum einem Wasserfall und auf der anderen Flusseite zurück. Es beginnt zu Regnen, endlich ein wenig Abkühlung. Zurück setze ich mich verschwitzt in den Regen, unter den Baum.

CentovalliCanneloni vegetaroische lasse ich mir servieren mit einem Glas Tessiner Merlot.

Sa, 6.7.2015

Ab durchs Centovalli, wo ich in einem schönen Kaff zu Mittag esse. Gnocchi all'Ossolana, gefolgt von einem Schweinsfuss, dazu 1,5 L Mineralwaaser (bei der Hitze) und Kaffee Goretto Grappa, kostet 20 Euro.

Cascata del ToceNach Domodossola geht es kurz Richtung Simplon, aber dann gleich rechts ab ins Val Formazza. Die Strasse ist teilweise sehr schmal und geht am Ende steil in die Höhe, mit einem imposanten Wasserfall als Ziel. Natürlich halte ich und schiesse Fotos, bevor es weiter ins Tal hinein geht.

Stellplatz am Lago di MorascoDie Strasse endet unterhalb einer imposanten Staumauer. Ich stelle mich auf einen grossen Stellplatz, zusammen mit 60 anderen WoMo's. Im Schatten trinke ich Pastis mit viel Eis und lese ein Buch. Die Temperatur ist angenehm, nicht zu heiss. Eine Zwiebel mit einer Cervelat gebraten, ergänzen meine karamellisierten asiatischen Nudeln.

Lago di MorascoSo, 7.7.2015

Lago di MorascoIch erwache früh, ziehe die gleichen Kleider nochmals an und mache mich auf die 20 minütige Reise zum Stausee hoch, schön gemütlich. Der See liegt zu Füssen schöner Alpen, ich gehe weiter zu einem naheliegenden Haus und stelle fest, es gibt einen Wanderweg rund um den See. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es zwei Wasserfälle, die den See füttern. Da muss ich die Schuhe ausziehen und durchs kalte Wasser waten. Später liegt noch ein Baum mitten auf dem Weg, Klettern ist angesagt. In der Schweiz hätten wir jeweils eine Brücke gebaut und der Baum wäre spätestens nach einer Woche aus dem Weg geräumt. In Italien ist das anders, aber es geht eben auch mit weniger Aufwand, ich kam jedenfalls heil zurück.

Lago di MorascoWoMo putzen, Julia wird es checken, duschen und ab ins Tal. Wieder ist ein Hitzetag angesagt und wo verbringt man den am Besten? In der Höhe natürlich, entsprechend kommt mir ein Autolawine entgegen. Die Reichweite des Benzins ist 70 km, der Weg nach Brig keine 40 km, müsste reichen. Das ändert sich unterwegs dramatisch, auf einmal fehlen 15 km Reichweite bis ans Ziel. Was nun? Tempomat auf 60 kmh, Klimaanlage ausschalten und ab der Passhöhe nur noch im Leerlauf nach unten rollen. Es hat gereicht. Erst später erfahre ich, dass das Aus des Diesels ein grösseres Problem darstellt.

16 Uhr 30 bin ich wieder zu Hause, verschwitzt aber happy. Um 18 Uhr empfangen wir frisch geduscht, Astrid und Stephen zu einem Bison Steak.